Lumpenloretta

Nöstlinger, Christine, 2010
Antolin Klasse: 6 Zum Antolin Quiz
Bücherei/Literaturkreis
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Medienart Buch
ISBN 978-3-7017-2027-9
Verfasser Nöstlinger, Christine Wikipedia
Systematik JE - Kindermedien: Erzählungen und Romane
Verlag Nilpferd in Residenz
Jahr 2010
Altersbeschränkung keine
Reihe Nilpferd in Residenz
Sprache deutsch
Annotation Annotation: Vernachlässigung in der Siedlung Rezension: Loretta, deren Eltern Marktfahrer sind, zieht mit ihrer Familie in die Siedlung nahe der Großstadt, in der Glatze (Konrad) und seine Freunde Zahn, Zecke und Locke ansässig sind. Das ungewöhnliche Mädchen, das von den Eltern vernachlässigt und oft alleingelassen wird, will zum Zirkus und kann auch schon Saltos schlagen. Glatze, der auf stille Weise gegen seine kleinbürgerlichen Eltern zu rebellieren versucht, verliebt sich augenblicklich in sie - obwohl er nicht der Typ für solch emotionale Angelegenheiten ist. Als Lockes Opa die Fürsorge alarmiert und Loretta in ein Kinderheim gebracht wird, brennen bei Glatze ein paar Sicherungen durch und er macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach Loretta. Wie ein Schulheft, mit Tinten- und anderen Flecken und handschriftlich erklärt das Vorsatzpapier als "Lorettas Wörterliste" bestimmte Ausdrücke für nicht-österreichische LeserInnen. Die Erzählerstimme steht ständig mit uns LeserInnen in Dialog und nützt die Möglichkeiten zur Komik, die sich aus dieser Rolle ergeben. Über Glatzes oder Lockes Gefühlsleben weiß der Erzähler sehr gut Bescheid, Loretta gegenüber bleibt er eher distanziert. Dann ist es mit dem leichten Lachen aber auch schon zu Ende, denn wenn hier bürgerliches Ordnungsstreben und die Anarchie der Außenseiter aufeinanderprallen, erzählt die Autorin sehr subtil über Ausgrenzung und Vernachlässigung. Loretta wird so offensichtlich von ihren Eltern vernachlässigt, dass der Locke-Opa eben aktiv wird. Zu wünschen bleibt aber, dass jemand auch Glatzes emotionale Vernachlässigung bemerkt, denn sein Verhalten, seine "Veränderung" gegen Schluss lässt uns mit einem unguten Gefühl zurück: Ob er sich nicht ein bisschen zu viel in die Zirkusträume versteigt? Christine Nöstlinger beschreibt hier mit gewohnt scharfem Blick für feine Nuancen ein Milieu, aber auch die Nöte von zu wenig und zu viel umsorgten, jedenfalls unverstandenen Kindern - und sie lässt uns nachdenklich zurück.
Bemerkung Katalogisat importiert von: Bibliotheken Online neu
Exemplare
Ex.nr. Standort
6531 JE, Nös

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